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Vergiftungen Allgemein und Schokolade!

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Betta

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Manchmal trügt der Schein

Durchfall, Erbrechen, Lähmung, Bewusstlosigkeit, Mattheit und Blutungen sind nur einige Beispiele für Vergiftungssymptome. Liegt aber wirklich eine Vergiftung vor?
In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie angemessen erste Hilfe leisten, Vergiftungen vorbeugen können und welche Fehler Sie vermeiden müssen.
Vorbeugen

Der Grad zwischen harmloser Substanz und einem Gift ist schmal. Oft macht nur die Dosis den Unterschied aus. Obendrein ist es nicht möglich vom Menschen auf den Hund zu schließen. Nach dem Motto „was für den Menschen gut ist, kann dem Hund nicht schaden“.

Schließlich haben Hunde einen anderen Stoffwechsel, als wir Menschen. Deshalb sollten Sie nie ohne Absprache mit Ihrem Tierarzt Medikamente verabreichen. Beispielsweise hilft Aspirin vielen Menschen, kann aber für den Hund tödlich sein. Ähnliches gilt für Paracetamol.

Aber auch vom Tierarzt verschriebene Präparate sollten Sie nur in der angegeben Dosis und ausschließlich für den konkreten Fall eingeben.

Bitte beachten Sie auch, dass der Hinweis „natürlich“ oder „rein pflanzlich“ auf Verpackungen nicht gleich­zusetzen ist mit „harmlos“ oder „ungefährlich“.

Es gibt Gifte, die zunächst gar nicht als solche eingeschätzt werden. Dazu zählt Schokolade. Sie löst bei Hunden Krämpfe, Atembeschwerden und letztendlich Herz­­versagen aus. Je höher der Kakao-Anteil ist, desto toxischer ist die Wirkung. So kann weniger als eine Tafel Zartbitterschokolade für einen zehn Kilogramm schweren Hund lebensgefährlich werden.

Auch Zwiebeln in jeder Zubereitungsform sind schädlich. Sie zerstören die roten Blutkörperchen. Das hat einen ähnlichen Effekt, als würde man den Hund langsam verbluten lassen.

In Bezug auf Gifte sollten Sie den Hund wie ein kleines Kind behandeln. Denken Sie dabei auch an Chemikalien, die Sie in Ihrem Haushalt aufbewahren. Sei es für Hobby, Auto, Garten oder zum Reinigen. Einige dieser Produkte üben einen großen Reiz auf Hunde aus. Zum Beispiel schmeckt Glykol (Frostschutzmittel) süß.

Erste Hilfe

Wie eingangs erwähnt, besteht oft nur ein geringer Unterschied zwischen Gift und ungefährlichem Stoff. Das führt dazu, dass es eine Vielzahl an potentiellen Giften gibt.

Ähnlich zahlreich können die damit verbundenen Symptome sein (z.B. Herzprobleme, Atembeschwerden, Orientierungslosigkeit, Koma, Depression, Appetitlosigkeit).
Erschwerend kommt hinzu, dass viele dieser Vergiftungs­erscheinungen anderen Krankheitsbildern sehr ähnlich sind, z.B. können Atembeschwerden auch auf Grund eines Herz­­f­ehlers entstehen.

Es verwundert also nicht, dass ungefähr 90% aller vom Halter vermuteten Ver­giftungen keine sind. Des­halb sollte die erste Hilfe mit Bedacht geleistet werden, damit Ihre guten Absichten nicht zu weiteren Komplikationen führen.

Als Ersthelfer sind Sie jedoch in der „glück­lichen“ Lage, keine aufwendige Giftanalyse durchführen zu müssen. Ihre Aufgabe ist es, auf die auftretenden Symptome zu reagieren.

Zu nächst denken Sie bitte immer an die Eigensicherung. Gehen Sie zum Beispiel nicht in einen gasgefüllten Raum und tragen Sie Handschuhe, wenn Sie den Hund anfassen.

Als nächstes müssen Sie die weitere Giftaufnahme unterbinden. Kontaktgifte können Sie mit klarem Wasser abspülen. Bitte verwenden Sie keine Chemikalien zum reinigen (z.B. Terpentin oder Putzmittel).
Außerdem müssen Sie auf kräftiges Reiben oder Bürsten bei der Reinigung verzichten, da Sie ansonsten winzige Wunden schaffen, durch die das Gift besser in den Organismus gelangen kann.

Bei giftigen Gasen schaffen Sie den Hund an die frische Luft (Raum vor Betreten lüften!).
Hat der Hund die schädliche Substanz gefressen oder getrunken, können Sie ihm Wasser anbieten. Sie dürfen es jedoch nicht gewaltsam einflößen (Gefahr des Verschluckens).

Verdünnen mit Wasser ist bei schäumenden Mitteln nicht möglich, wie beispielsweise Reinigungsmittel. Es würde Schaum entstehen, der eingeatmet werden kann. Der Hund droht zu ersticken.

Bei injizierten Giften haben Sie kaum eine Möglichkeit die weitere Giftaufnahme zu unterbinden. Sie können gegebenenfalls das Insekt bzw. den Stachel entfernen.

In der nächsten Phase Ihrer ersten Hilfe müssen Sie nun auf die körperlichen Begleiter­schein­ungen reagieren. In erster Linie müssen Sie sich auf die Erhaltung der Vitalfunktionen (Atmung und Puls) konzentrieren. Das bedeutet unter anderem, Atemwege frei halten und gegebenenfalls den Hund wiederbeleben.

Nach Möglichkeit sammeln Sie Proben von der Substanz, die Ihren Hund vergiftet hat. Zum Beispiel Reste und Ausscheidungen. Auch Verpackungen beziehungsweise Beipackzettel können hilfreich sein.

Suchen Sie schnell den nächsten Tierarzt auf. Verwenden Sie nur wenig Zeit für die Entgiftung Ihres Hundes. Ihr oberstes Ziel muss es sein, schnellst möglich zum Tierarzt zu gelangen. Hier kann eine wesentlich wirkungsvollere Therapie eingeleitet werden, als außerhalb de­r Pra­xis. Bitte rufen Sie unbedingt vorher an.

Diese Fehler müssen Sie vermeiden

Lösen Sie auf keinen Fall Erbrechen aus. Leider gilt es immer noch als „Hausmittel“, bei Vergiftungen Erbrechen auszulösen. Dieses Vorgehen ist bestenfalls wirkungslos. Verschwendet aber kostbare Zeit.

Wahrscheinlicher ist sogar, dass Komplikationen auftreten, die Sie nicht abfangen können.

Um bei einem Hund Erbrechen auszulösen, reicht es nicht aus, den Finger in den Rachen zu stecken. Es muss ihm etwas verabreicht werden. Dabei kann sich das Tier ernsthaft verschlucken. Die gleiche Gefahr droht beim Erbrechen. Hierbei kann die Magensäure zusätzlich die Atemwege verätzen. Gleichermaßen dramatische Folgen kann eine sehr wahrscheinlich falsche Dosierung der „Hausmittel“ haben. Sie vergiften Ihren Hund mit einer weiteren Substanz!

Versuchen Sie nicht, die giftige Substanz zu neutralisieren. Bei falscher Dosierung kann es zu einer so genannten Überkorrektur kommen. Das heißt, die eingegebene Substanz neutralisiert nicht nur das Gift, sondern „schießt“ über das Ziel hinaus und führt zu einer Schädigung des Organismus. Sie treiben also den Teufel mit dem Belzebub aus.

Verabreichen Sie keine Milch oder Öle. Manche Gifte können dadurch noch besser vom Körper aufgenommen werden.

 

Betta

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Vergiftungen spezial: Schokolade

Schokolade, die süße Verlockung für Mensch und Hund führt bei Herrchen oder Frauchen allenfalls zu Gewichtsproblemen. Für den Vierbeiner kann das Naschen mit einem lebensbedrohlichen Notfall enden.
Was macht Schokolade giftig? Ausschlaggebend für die Giftigkeit von Schokoladenprodukten ist der Kakaoanteil. Hier gilt die Faustregel, je höher der Anteil, desto giftiger ist die Süßigkeit. Das liegt daran, dass in den Kakaobohnen Theobromin enthalten ist. Diese Substanz reichert sich im Hundeorganismus an und wirkt auf das Nervensystem. Insbesondere sind davon das Herz, die Atmung, die Muskeln des Bewegungsapparates und der Gefäße betroffen.

Bei einer Schokoladenvergiftung werden Sie mindestens eines der folgenden Symptome beobachten können:


  • Krämpfe
  • Herzrasen, Herzrhythmusstörungen
  • schnelle Atmung
  • Unruhe
  • Erbrechen
  • erhöhter Urinabsatz
  • Durst
Die Dosis macht eine Substanz zum Gift. Das gilt auch für Kakao. Wegen der stimulierenden Wirkung auf das Herz und die Atmung, wurde Schokolade in geringen Mengen früher illegal als Dopingmittel bei Hunderennen eingesetzt.
Die tödliche Menge Schokolade ist verhältnismäßig klein. Circa 6g Schokolade mit hohem Kakaoanteil (z.B. Zartbitter oder Kuvertüre) pro kg Körpergewicht reichen aus. Das bedeutet für einen 10kg schweren Hund, etwas mehr als eine halbe Tafel Zartbitterschokolade kann für ihn tödlich sein. Bei Vollmilchschokolade liegt die tödliche Dosis wegen des geringeren Kakaoanteils bei ca. 18g pro kg Körpergewicht. Bei Tieren, die zu Epilepsie neigen, können weitaus geringere Dosen Anfälle auslösen. Die Wirkung setzt innerhalb 4-12 Stunden ein.

Erste Hilfe

Wenn Sie den Verdacht haben, dass Ihr Hund Schokolade gefressen hat, suchen Sie bitte schon vor Wirkungseintritt einen Tierarzt auf. Bitte bedenken Sie, dass mit der Schokolade eventuell auch Verpackungsmaterial (Fremdkörper im Magen- / Darmtrakt!) aufgenommen wurde.

Ansonsten gelten auch hier, wie bei anderen Vergiftungen folgende Verhaltensregeln:

  • lösen Sie auf keinen Fall Erbrechen aus
  • reagieren Sie nur auf die einsetzenden Symptome
    • krampfenden Hund nicht festhalten (gefährliche Gegenstände aus seinem Umfeld räumen oder sichern)
    • Bei Bewusstlosigkeit entsprechende Maßnahmen ergreifen (z.B. Atemwege freihalten, ggf. reanimieren)
    • bei Atemproblemen Hund in der Haltung belassen, die er einnimmt
  • vermeiden Sie weiteren Stress für das Tier (z.B. Ruhe, sanftes Sprechen)
  • Proben sammeln (z.B. Erbrochenes)
  • Tierarzt aufsuchen (bitte unbedingt vorher anrufen)
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