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Magendrehung - OP - Genesungszeit - Kosten

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senna09

Guest
So, da wir bei Dani die Magendrehung hautnah miterlebt haben, möchte ich hier noch mal einen Bericht schreiben wie es dazu kam und was seither passiert ist...


Also fangen wir an:

Wie man überall so schön lesen kann kommt die Magendrehung in den meisten Fällen nach dem Fressen und dann im Zusammenhang mit Unruhe, Spielen, Rennen usw. Auch ich habe schon immer sehr darauf geachtet daß meine Hunde sich nach dem Fressen ruhig verhalten. In unserem Fall war alles ganz anders. Meine Hunde werden nur einmal am Tag gefüttert und das Abends - an diesem Tag wurden beide Hunde noch nicht gefüttert.

Symtome und Erkennung der Magendrehung:

Mein Mann und ich waren unterwegs und als wir heim gekommen sind, haben wir sofort gesehen daß was nicht stimmt. Dani (der Schäferhund) war total dick aufgebläht und hatte Schaum vorm Maul. Sie sah fürchterlich aus und versuchte sich ständig zu übergeben. Es war ein grausames Bild!!! Ich hab meinen Mann gesagt er soll sofort das Telefon holen und den TA anrufen. Ich wußte sofort daß es eine Magendrehung ist. Als wir dann beim TA angerufen haben und gesagt haben wie sie ausschaut und das wir eine Magendrehung vermuten sagte er wir sollen sofort kommen.

Tierarzt, Beratung, Behandlung und OP:

Als wir beim TA waren hat er sie sofort untersucht und gefragt wie alt sie ist. Er sagte er vermutet auch eine Magendrehung um das 100% zu sagen müsste er sie röntgen und das verplempert wertvolle Zeit.
Dani war zu dem Zeitpunkt schon sehr sehr schwach und man sah die Lebensgeister nur so aus ihr weichen. Der TA meinte es gibt nur zwei Möglichkeiten: Erstens aufschneiden, reinschaun und wenn noch was zu machen ist (das sieht er an den Organen) operieren, oder zweitens einschläfern. Er sagte eine Magendrehung ist eine sehr schwere OP die sehr oft tödlich ausgeht, da Dani´s Zustand sehr schlecht war und ihr Kreislauf im Keller war, ist es möglich daß sie die OP gar nicht überleben würde. Dazu kommt das so eine OP sehr viel Geld kostet (eine Summe sagte er nicht). Wir sollten uns kurz beraten und für uns war gleich klar daß er sie aufmachen sollte und schaun was zu machen ist.
Er sagte wir sollen kurz im Wartezimmer warten, dann sagt er uns bescheid.
Nach ca 10 Minuten sagte er wenn ich möchte kann ich gerne rein kommen und es mir anschaun. Wollte ich natürlich. Also bin ich rein. Mein Hund lag auf dem Rücken und der Magen SO GROSS WIE EIN FUSSBALL auf ihr drauf. Er sagte daß die Organe sehen gut aus und er wird alles geben um sie zu retten. Versprechen kann er mir nichts. Wir sollten heim gehen (war ja auch schon nachts ich glaub 21:30 Uhr) und sollen uns am nächsten Tag um 9 Uhr wieder melden.
Die Zeit daheim war HORROR!!! Um 23 Uhr haben wir noch mal bei ihm angerufen und seine Frau meinte daß er noch unten bei ihr ist und mit ihr kämpft. Wir haben beide kein Auge zugemacht und sind dann frühs auf die ARbeit. Um 9 UHr hab ich dann angerufen und gefragt wie es meinem Mädchen geht. Die Tierarzthelferin hat gesagt sie kann mir keine Angaben dazu machen und ich sollte mich in einer halben Stunde noch mal melden.
Man ist die halbe Stunde gekrochen....
Endlich war es soweit und ich hab mit dem Doc gesprochen. Der meinte daß Dani eine absolute Kämpfersau ist und mit ihr schon durch den Hof gelaufen ist und daß sie fit ist. Es ist unglaublich wie der Hund das weggesteckt hat und wie gut es ihr geht. Er hätte nie geglaubt daß es so gut läuft.
Um 16 Uhr hab ich meinen Hund wieder abgeholt.

Genesungszeit:

Als wir daheim angekommen sind ist sie wie eine Verrückte den Hausgang hin und her gerannt und hat sich gar nicht beruhigen lassen. Ganz ehrlich mein Gedanke war "hingebracht hab ich einen alten kranken Hund und abgeholt habe ich einen Welpen".
Das hat nach ca 20 Minuten aufgehört und sie hat sich in ihr Bett gelegt und geschlafen. Die nächsten 4 Tage nach der OP hab ich Urlaub bekommen und war zu Hause bei meinem Hund. Ich hab mit ihr zusammen im Wohnzimmer geschlafen und war 24 Stunden rund um die Uhr mit ihr zusammen. Sie hat mich auf Schritt und Tritt verfolgt bis ich schließlich alles liegen gelassen hab und nur noch still auf dem Sofa gesessen hab damit mein Hund Ruhe hat. Ab den 5 Tag musste ich wieder arbeiten, hab sie aber mit ins Büro nehmen dürfen. Auch dort hat sie nur geschlafen. Es ging aufwärts.
Am 10 Tag wurden die Fäden gezogen.
Allerdings haben wir am 10ten und 11ten Tag schwere Rücktritte gemacht. Sie war total traurig, lag nur noch rum, keine Lust zum raus gehn, keine Lust zum spielen, keine Lust zu Essen, keine Lust zu gar nichts.Der TA sagte der Schongang ist vorbei und wir sollten allmählich wieder in den Alltag finden. Es ist nicht gut sie wie ein rohes Ei zu behandeln.
Das haben wir dann auch gemacht und von da an ging es richtig aufwärts.

Sie ist wieder ein lebenslustiger, fröhlicher, aufgeweckter Hund der Spaß am Spielen und Fressen hat. :bravo:

Ich bin super glücklich darüber!!!

Kosten:

Was nicht zu vergessen ist, sind die Kosten. Da der TA uns nicht sagte was das ganze Kostet (wir haben ja auch nicht gefragt) ist das schon eine ganz wichtige Sache. Ich hab mich mal im Internet erkundigt und bin fast vom Stängel gefallen als ich dort las daß diese OP zwischen 1.200€ und 2.500€ kostet.
Es tut nichts zur Sache daß wir zur Zeit leider kronisch blank sind, denn ich hätte mir das Geld schon irgendwie besorgt, dennoch möchte man doch wissen was auf einen zukommt. Wir haben ja leider keine OP-Versicherung *aua*. Nicht daß das jetzt knausrig rüber kommt, ich würde wirklich mein letztes Hemd für meine Tiere geben!!!
Jedenfalls hat die OP mit allen Nachuntersuchungen genau 590 € gekostet.
Ich finde das einen total fairen Preis, hab mich gut aufgehoben gefühlt und mein Hund war in besten Händen.

Fazit:

Ich würde es immer wieder tun - auch wenn einem klar gemacht wird daß die Chancen gering sind.

Ich wäre froh gewesen, wenn ich einen Bericht wie diesen hier im Internet gefunden hätte der einem vielleicht etwas Hoffnung gibt.

Vielleicht ist hier mal jemand dem dieses Schicksal ereilt (was ich wirklich niemanden wünsche) und man sich etwas beruhigen kann.

Ich habe jedenfalls wieder einen ganz gesunden tollen Hund der wieder Freude am Leben hat und alles genießt. Es hört sich blöde an, aber ich glaub sie weiß wie knapp alles war!!! Es macht richtig Spaß ihr zuzusehen!!!

Und Euch möcht ich für die Weltbesten Forums-Daumen danken!!!!!

Eure Sabine mit der Dani-Hummel (die jetzt auch wieder eine Dani-Hummel ist) der schwarzen Wasserratte Senna und Kater & Carlos - die alle drei ganz wunderbare Krankenpfleger waren!!!
 
G

Gast

Guest
Klasse Sabine! Danke für den Bericht. Ich habe auch schon viel darüber gelesen, aber es so gut beschrieben und so nachvollziehbar erzählt zu bekommen, hat einen anderen Stellenwert und macht die Sache besser begreifbar.

Gut gemacht, Danke nochmal!:bravo:
 
S

senna09

Guest
Klasse Sabine! Danke für den Bericht. Ich habe auch schon viel darüber gelesen, aber es so gut beschrieben und so nachvollziehbar erzählt zu bekommen, hat einen anderen Stellenwert und macht die Sache besser begreifbar.

Gut gemacht, Danke nochmal!:bravo:

Dankeschön!!! **rot**

Es ist kein schöner Erfahrungsbericht, aber ich hoffe ich kann damit vielleicht etwas helfen.
 

Peraluto

Betta & Toppsy fehlen
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Da habt Ihr ja was mitgemacht. Man oh man, mir lief es beim Lesen kalt den Rücken runter.

Danke für den tollen Bericht :bravo: und alles Gute für die Dani-Hummel *01*.
 

Verena

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Dein Bericht ist eine super Idee :bravo:!
Erstaunt bin ich jetzt über die Kosten *denk*! Hatte ich doch eigentlich schon mit viel mehr gerechnet. Aber was soll man sagen... Der Doc is nicht nur ein klasse Tierarzt sondern echt auch noch ein klasse Mensch *dreh*
 

Tonileo

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Hallo Sabine,
Danke für den ausführlichen Bericht. Vielleicht kannst Du noch hinzufügen, wie die Ernährung ab dem Tag der OP umgestellt bzw. mengenmäßig aussah, erhöht wurde etc. Darf sie alles essen oder gibt es jetzt "Risikofutter"..??

Welche Empfehlung bzgl. der Fütterung hat der TA gegeben??
 

SilverMoon

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Danke für den klasse Bericht Sabine!

Von den Kosten her hätte ich aber auch unter 1.000 € geschätzt. Kommt halt drauf an...

Mich würde auch mal interessieren, was Ihr nun geändert habt.
 
S

senna09

Guest
Da habt Ihr ja was mitgemacht. Man oh man, mir lief es beim Lesen kalt den Rücken runter.

Danke für den tollen Bericht :bravo: und alles Gute für die Dani-Hummel *01*.

Dankeschön!

Dein Bericht ist eine super Idee :bravo:!
Erstaunt bin ich jetzt über die Kosten *denk*! Hatte ich doch eigentlich schon mit viel mehr gerechnet. Aber was soll man sagen... Der Doc is nicht nur ein klasse Tierarzt sondern echt auch noch ein klasse Mensch *dreh*

Ja, da hast Du Recht, der TA ist klasse!!!

Hallo Sabine,
Danke für den ausführlichen Bericht. Vielleicht kannst Du noch hinzufügen, wie die Ernährung ab dem Tag der OP umgestellt bzw. mengenmäßig aussah, erhöht wurde etc. Darf sie alles essen oder gibt es jetzt "Risikofutter"..??

Welche Empfehlung bzgl. der Fütterung hat der TA gegeben??

Klar mach ich doch gern:

Also an dem Tag an dem wir sie geholt haben durfte sie nichts mehr essen und dann haben wir sie zwei mal täglich mit Nudeln oder Reis mit Quark oder Joghurt gefüttert. Jeweils ganz kleine Portionen, da der Magen ja geöffnet wurde um die Gase entweichen zu lassen.
Nach und nach wurde dann Trockenfutter eingeweicht und mit ins Futter gegeben, ab dem 10 Tag konnten wir wieder normal füttern.

Mit dem Trinken war es schon schwieriger, denn sie hatte zwar durst durfte aber immer nur ganz wenig bekommen. Also es durfte nicht zur freien Verfügung stehen. Ich hab ihr halt alle halbe Stunde ein bisschen was gegeben.
 
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senna09

Guest
Danke für den klasse Bericht Sabine!

Von den Kosten her hätte ich aber auch unter 1.000 € geschätzt. Kommt halt drauf an...

Mich würde auch mal interessieren, was Ihr nun geändert habt.

Geändert haben wir nichts, die Magendrehung wurde durch eine Verstopfung verursacht - die Gase konnten nicht entweichen und dadurch hat sich der Magen gedreht.
Da steckt man leider absolut nicht drinnen!
Dani kann keine Magendrehung mehr bekommen, der Magen wurde fixiert.
Ich werde weiterhin auf Ruhe nach dem Fressen achten, auch wenn dies in unsrem Fall nicht der Auslöser war.
 

Betta

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Ein sehr schöner, hilfreicher Bericht, Sabine.
Danke dafür.

Off-Topic:


Ich werde ihn oben festpinnen.
 

Biggipep

Eine fehlt....
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Das ist ein klasse Bericht, Sabine. Ich hoffe, dass hier niemand in die Lage gerät, ihn sich nochmal schnell hervorzuholen, aber du hast alles sehr genau und hilfreich beschrieben, vielen Dank.

Toll, dass ihr so schnell gehandelt habt und euer Tierarzt auch gleich zur Stelle war, euch kurz und deutlich aufgeklärt und euch die Entscheidung überlassen hat. Wir hätten uns auch für die OP entschieden, ohne die Kosten zu kennen. Hierfür ein besonderes Dankeschön an euch, dass ihr eurer Dani die Chance gegeben habt, ohne groß nachzudenken.
 

schrecker82

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Sehr schön geschrieben :)

Der Hund von Freunden hatte letztes Jahr auch einen Magendrehung (bzw. das Magennetz war gerissen und der Magen verrutscht).

11 jähriger Dobi mit nicht zu knappem Herzfehler, fast blind, Arthrose hier und da. Man hat es gewagt und die OP durchgezogen (der HTA hat sich recht viel Zeit gelassen, wollte erst noch andere Termine behandeln, sie fuhren dann selbstständig in ne Klinik wo sie direkt vom halben Team mit Trage etc. empfangen wurde, es ging praktisch direkt los).

Sie blieb meine ich ein paar Tage länger in der Klinik (sah nicht so gut aus), als sie Heim kam - ein Häufchen Elend. Ich habe noch nie einen Hund so langsam laufen gesehen und so "abwesend" schauend (ebenso Herrchen und Frauchen). Das ging ne gute Woche so, eher bissl länger.

Aber was soll ich sagen? 4 Wochen nach der OP ist die Oma wieder wien junger Hund übers Feld gesprungen, munterer denn je, als ob nie etwas gewesen wäre :)


Mir hat das ein wenig die Angst vor dieser ollen Magendrehung genommen (aufgepasst wird dennoch).
 

Schokoperle

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Liebe Sabine,

das war wirklich ein schöner Bericht - mit allen Höhen und Tiefen. Er las sich wie ein Krimi - obwohl das Ende ja bekannt war, denn zum Glück war nicht von der Regenbogenbrücke die Rede! :grin:

Wie alt ist eure Hündin? Du schreibst von einem ältern Hund.

Unsere Gina (Schäferhund-Labrador) hatte mit 11 Jahren ihre erste MD. Ich glaube es war Februar. Wir sind gleich zum TA und die Tierärztin meinte, sie würde versuchen, den Magen zurückzudrehen. Hat geklappt.

Es kam übrigens auch bei Gina wie aus heiterem Himmel. Die TÄ meinte, das hätte mit dem Alter zu tun. Die Bänder wären ausgeleihert und da kann es schon passieren, dass der Magen sich bei der kleinsten Stufe dreht. Es muss nicht mit Futter im direkten Zusammenhang stehen.

Ein halbes Jahr später, wie waren an der Nordsee und machten uns für die Rückreise fertig, war Gina schon irgendwie merkwürdig drauf. Aber keine besonderen Vorkommnisse an diesem Tag. Sie war irgendwie nur merkwürdig. Man kennt seinen Hund ja nun, wenn man ihn schon 7 Jahre an seiner Seite hat. Einen oder zwei Tage später war es dann soweit. Sie kam um die Ecke und sah aus, als würde sie gleich platzen. Keine fünf Minuten vorher sah sie noch normal aus.

Es bestand kein Zweifel, dass es eine MD war. Und beim Anblick war mir klar, dass sie diesmal unters Messer muss. Das ist, glaube ich, ein Bild, was man in seinem Leben nie vergisst. Jeder, der dies mit seinem geliebten Vierbeiner durchgemacht hat, weiß wovon ich schreibe.

Gina wurde operiert und die TÄ sagte, wie bei euch auch, dass die OP mit sehr großen Risiken verbunden ist. Sie meinte, dass die Gefahr in den nächsten drei Tagen nach der OP am größten ist. Viele Hunde überstehen die OP und gehen dann innerhalb der nächsten drei Tage danach an Herz-Kreislauf-Versagen ein.

Sie berichtete uns, dass Ginas Herz schwach sei und sie Herztabletten bekommen müsse. Tolle Nachricht! Denn eigentlich war sie doch immer fit wie ein Turnschuh...

Jedenfalls wurden wir dann nach den besagten drei Tagen mit einer Kostenrechnung in höhe von 630,-- Euro entlassen und namen einen sehr klapperigen Hund in Empfang. Oh Gott, tat sie mir leid!!! Aber sie hat alles gut überstanden und der Magen war fixiert. Somit brauchten wir keine Angst mehr haben - dachte ich...

Bei Gina war es ähnlich wie bei Dani, dass sie aufblühte. Ist glaube ich so eine Art positive OP-Begleiterscheinung. :grin:

Gina war ja nun schon 11 Jahre und wir hatten Glück, dass sie die OP mit allen Risiken gut überstanden hatte. Sie erholte sich sehr gut, bekam homöopathische Unterstützung und fing sogar wieder an zu spielen.

Wir hatten noch sehr schöne Jahre zusammen.

Als sie 12/13 Jahre alt war, stellten sich die besagten Alterserscheinungen bei Gina ein. Die Muskulatur in der Hinterhand schwand, Gina wurde kantiger, hatte teilweise Schwierigkeiten, ihre Hinterhand unter Kontrolle zu halten. Sie wurde taub. Ein Herzklappenfehler sowie eine allgemeine Herzschwäche wurden immer wieder bestätigt. Sie bekam Weißdorntabletten, später dann Karsivan 100, zwischendurch eine Metacam-Kur, auf die sie absolut ansprang und wie ein junger Hund wirkte. Als sie 14 Jahre alt war bekam sie Previcox-Tabletten, die wohl nicht so starke Auswirkungen wie Metacam haben. Zuletzt war es leider so schlimm, dass Gina keine Kontrolle mehr über das, was hinten so alles passiert, hatte. Es kam teilweise vor, dass im Laufen ihren Kot verlor oder teilweise sogar im Schlaf. Sie merkte es einfach nicht mehr. Aber selbst das nimmt man auf sich, um den besten Freund seines Lebens bei sich zu behalten. Nur wurden ihre Beschwerden nicht besser, sondern schlechter. Teilweise schlief sie so fest und tief, dass man gar nicht sah, dass sie noch atmete. Der TA sagte immer, sie würde bestimmt irgendwann morgens im Körbchen nicht mehr aufwachen. Das wünschte ich mir immer für sie.

Ich habe immer gesagt, dass bei mir kein Tier leiden soll, nur weil ich nicht loslassen kann. Gina machte selbst in diesem Jahr nicht den Eindruck, als würde sie leiden.

Am 14.03.2010 passierte dann das für uns Unfassbare. Wir saßen beim Frühstück und Gina ging durch die Wohnung. Sie war absolut ruhelos. Wollte sich hinlegen, stand wieder auf. Tat so, als müsse sie brechen, wollte raus, dann wieder rein. Ich nahm sie und ging mit ihr eine kleine Runde. Boah, da mache ich mir heute noch Vorwürfe drüber. Sie ging mit und schneckte hinter mir her. Als wir 3/4 unserer Runde hinter uns hatten. Guckte ich sie an und dachte so: Mensch, sie sieht irgendwie so dick aus. MD? Kann ja nicht sein, denn der Magen ist ja fixiert.
Wir trafen einen Bekannten und sprachen über Ginas Zustand. Und er musste mir leider zustimmen, dass sie aussah, als hätte sie eine MD.

Und nun war der Zeitpunkt gekommen, andem ich meinen Hund leiden sah und es tat verdammt weh!

Zu Hause angekommen rief ich beim TA an und er sagte mir, dass er leider gerade auf dem Sprung sei und wir somit in Einbeck in die Klinik fahren sollten. Außerdem wäre hier jede Minute wichtig, um den Hund nicht leiden zu lassen.

Meine Entscheidung über Ginas Weg stand für mich bereits beim Anruf des TA fest. Nur hätte ich gern diesen TA gehabt, weil Gina in kannte und liebte. So fuhren wir in eine Klinik, in der nicht einmal wir den TA kannten.

Er sah sie und meinte, er müsse erst ein Röntgenbild machen, um Gewissheit zu haben. Er könnte nicht einfach einen Hund einschläfern. Natürlich hat er seine Vorschriften und er kannte uns nicht. Unser TA aus Northeim hätte bestimmt anders gehandelt, um sie zu erlösen.

Aber es war gar nicht so einfach mit dem Erlösen bei Gina, denn sie war zwar schwach, aber trotzdem eine Kämpferin. Gut, ich kenne mich mit den Mitteln auch nicht aus. Als unser Pferde-TA damals meine Stute mit 26 Jahren einschläfern lassen musste, konnte mein Mann nicht einmal den Kopf noch festhalten, so schnell lag sie. Und bei Gina hat er angeblich ein Mittel für 120 kg gegeben und sie schlief nicht ein. Sie dämmerte langsam bei uns im Auto ein. Dazu konnten wir den TA ja zumindest bewegen, dass wir sie ins Auto legen durften und er sie dort erlöste. So hat sie wenigstens gewusst, dass wir sie nicht dalassen.

Am Nachmittag begruben wir sie dann im Garten. Und es blühen übrigens zur Zeit wunderschöne Rosen auf ihrem Grab!

Das war unsere Gina im Winter 2009 bei uns in Amelsen...


21.12.2009 - ihr letzter Winter

Dass der gliebte Freund, der einen nie im Leben enttäuscht hat und einen mit allen Ecken und Kanten geliebt hat, irgendwann gehen muss ist klar, aber dass es so ein Ende nehmen musste, hatte sie auch nicht verdient!

Sabine, ich möchte dir mit meinem Bericht keine Angst machen, aber vielleicht solltest du einige Punkte überdenken.

Ich habe jetzt - durch Venis Ernährung (BARF) - erfahren, dass z. B. durch Trockenfutter-Fütterung die Magenbänder ausleihern können. Gina bekam, seit ich sie hatte, immer TROFU. Nie das billigste, aber immerhin. Ich dachte immer, es wäre gut, weil die Hunde ja kauen müssen. Wir fütterten Bestes Futter (Fenrier und später Senior Banane). Und wenn man sich mal überlegt, was im Magen so passiert, wenn der Hund gefressen hat, dann muss ich heute sagen, dass es wirklich nachvollziehbar ist, dass die Bänder sich verändern.

Die TÄ, die damals die OP gemacht hat, schob es auf Schäferhund und altersbedingte Ausdehnung der Bänder. Nun ja, sie hat ja auch gesagt, dass nie wieder so etwas passiert, weil der Magen fixiert sei...

Ich wünsche euch ganz viele Freude und viele, viele schöne Jahre miteinander. Wir hatten sie auch!
 
G

Gast

Guest
danke sabine, es ist immer hilfreich für den ein oder anderen so etwas zu lesen.
1999 habe ich einen schäferhund durch magendrehung verloren....noch heute läuft mir eine gänsehaut den rücken hoch und runter, wenn ich an diese stunden denke.....

alles gute!!!!
 
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senna09

Guest
Oh wow Anke, ich hab die totale Gänsehaut!!!!

Erstens find ich es ganz toll daß Eure Gina nach der OP noch so lange bei Euch bleiben durfte (auch wenn es immer zu kurz ist), leider hat sie ja noch ganz schön was mitgemacht... Unsre Dani ist 8 Jahre und ich hoffe daß es noch ganz viele mehr werden.

Zu uns hat der TA auch gesagt daß die nächsten 3 Tage die kritischsten werden. War Eure Gina die ganzen 3 Tage beim TA oder durftet Ihr sie auch mit heim nehmen?

Wenn ich das mit dem Futter so höre werd ich mir da echt noch mal gedanken machen wie es weiter geht. Mein TA meinte daß es da keine Probleme geben wird...

Wie gesagt, der 10te und 11te Tag waren nicht so toll, da war sie sehr niedergeschlagen und lustlos - jetzt ist sie wieder so richtig glücklich. Und ich bin es auch!

Weißt Du 100%tig daß es wieder eine MD war oder war das nur eine Vermutung???
Mein Freddy hatte damals Gift gefressen und ist auch unheimlich aufgebläht.

Ich weiß daß irgendwann der Tag x kommen wird und daß das unheimlich hart wird, aber leiden lassen werde ich keines meiner Tiere.

Ich trau mich das gar nicht zu schreiben, aber als Dani in der Nacht operiert wurde lagen mein Mann und ich uns weinend in den Armen und haben uns geschworen "kein Tier mehr" anzuschaffen - der Kummer, die Sorgen und die Angst um sie waren unbeschreiblich!
Wenn man sie jetzt so sieht wie gut es ihr wieder geht ist das schon fast wieder alles vergessen und man erfreut sich einfach nur daran.

Jetzt heul ich schon wieder und ich muß ganz ehrlich sagen daß ich unheimlich angst davor hab daß einem meiner Stinker was passiert. Man sieht daß es viel zu schnell gehen kann und dieses Jahr war echt nicht unser Jahr.
 

Nicole

Well-known member
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Sabine vielen Dank für den ausführlichen Bericht.
Ich hab mich immer gefragt wie man das merkt, bzw was da passiert.

Ich bin so froh das, ihr es geschafft habt :love:
 

Schokoperle

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Hallo Sabine,

es war eine 100 %ige MD, der TA hat ja geröntgt. Da konnte man das genau sehen. Und gerade gestern hatte ich das RB in der Hand und wir standen auch wieder mit Tränen in den Augen da und haben es uns angeschaut.

8 Jahre ist sie erst. Na dann kommen doch bestimmt noch ganz viele dazu. Wenn ich Gina sehe, die 15 geworden ist. 19.01. hatte sie Geburtstag und am 14.03. ist sie über die Regenbogenbrücke gegangen.

Ich kann dich bzw. euch gut verstehen. Wir haben die Nacht auch nur ganz kurz geschlafen, wenn überhaupt. Man wusste ja nicht, was man hört, wenn man morgens anruft.

Ich weiß es gar nicht mehr genau, wie lange sie da war. Ich glaube aber, es waren drei Tage. Und ich weiß noch genau, dass sie dann einen Eimer um hatte, als wir sie holten, weil sie sich den Kragen zerstört hatte. Einen gelben Wischeimer haben sie ihr dann umgebaut. Sah cool aus. Hätte Begleiter bei Borussia Dortmund werden können.

Die Fäden haben wir ihr selbst gezogen, damit sie nicht wieder zum TA musste.

Die Naht haben wir dann schön mit Calendula extern (10 Tropfen auf ein halbes Glas Wasser) betupft. Und dann hat sich auch nichts entzündet.

So ein Erlebnis hängt noch lange nach, das kann ich nur von mir sagen. Und ich bekomme immer zuviel, wenn Veni nach dem Essen ihre fünf Minuten bekommt und rumspringt oder die Treppe rauf und runterläuft. Angeblich sollen die Labradore ja nicht so betroffen sein, aber weiß man es???

Ich wünsch euch jedenfalls alles erdenklich Gute und wie gesagt - viele, viele glückliche Jahre miteinander
 
S

senna09

Guest
Unser Mädchen hatte weder einen Trichter noch sonst irgend einen Schutz um - die Wunde wurde auch nicht verbunden. Sie ist aber überhaupt nicht hingegangen. Ich bin ehrlich gesagt sehr froh, daß wir keinen Kragen hatten, denn sie hätte mir wahrscheinlich die ganze Bude zerlegt *blau*.

Auch bin ich sehr froh daß sie bei uns sein durfte und nicht die drei Tage ohne mich beim TA. Klar, ich hab sie behandelt wie ein rohes Ei und ich hatte natürlich auch angst was falsch zu machen - aber ich glaube in solchen Situationen tut man automatisch das richtige (oder jedenfalls nicht gänzlich das falsche).

Daß ich zum Fädenziehen zum Doc bin, bin ich sehr froh, denn das hat ihr gar nicht gefallen und sie wollte ständig aufstehen. Ob sie das zu Hause auch gemacht hätte weiß ich nicht.
 
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