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Kastration, Sterilisation und die Folgen!

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Lakritzschnute

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12 August 2009
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Schaafheim
Kriterien, die bei der ganzen Diskussion über "Kastration oder nicht" entweder total vergessen werden oder gar nicht bekannt sind:
  1. Sehr frühe Kastration führt zu einer drastischen Abnahme der Aktivität der Grosshirnrinde infolge fehlender Hormone, u.a. entwickelt sich die Lernfähigkeit nicht so stark wie bei einem unkastrierten Tier. Vor der Pubertät kastrierte Tiere bleiben ewig juvenil, d.h. ewige Kinder. Das mag zwar aus menschlicher Sicht ganz lustig sein, aber einen souveränen Hund bekommt man dadurch nie. Viele Menschen finden das nicht schlimm, aber andere Hunde können häufig mit einem ausgewachsenen aber juvenilen Hund nicht umgehen. Zahlreiche Verhaltensweisen, die einem erwachsenen Hund angehören, fehlen hier. Dieser Hund wird von einem unkastrierten Tier in der Regel nicht ernst genommen; im Gegenteil, dieser Hund erscheint völlig andersartig und diese Andersartigkeit kann zu Unsicherheit und daraus resultierender Aggression (im menschlichen Sinn als Mobbing zu sehen) führen. Das bedeutet, dass man durch frühzeitige Kastration häufig Probleme hervorruft obwohl man eigentlich Probleme vermeiden wollte. Anders sieht es z.B. in Amerika aus - hier werden fast alle Tiere schon im Welpenalter kastriert und lernen sich auch so kennen. Dann gilt: "gleich zu gleich gesellt sich gern" und es gibt kaum Probleme mit Artgenossen. In Deutschland sind kastrierte Tiere jedoch bei weitem in der Minderzahl.
  2. Ein, nach der geschlechtsreife kastrierter Hund "weiss, dass er Rüde oder Hündin ist". Hündinnen fordern besonders Rüden und subdominanten Hündinnen gegenüber ihren Respekt ein, Rüden verlangen ihn von jüngeren und subdominanten Tieren und bekommen ihn von einem gut sozialisierten Tier auch bereitwillig zugesprochen. Nun stellen Sie sich aber mal vor, dass dieser Hund plötzlich kastriert wird. Die Lernerfahrungen sind da: "Jüngere und subdominante Tiere, die mich als erwachsenen Hund "riechen" bringen mir Respekt und Ehrerbietung entgegen." Aber nach der Kastration fehlt der typische Geruch eines ausgewachsenen Tieres. Was passiert dann? Weder Rüden noch fremde Hündinnen können genau einschätzen, mit wem sie es zu tun haben. Der nötige Respekt fehlt. Der kastrierte Hund "weiss" aber (trotz Kastration) was er ist (Lernerfahrung) und fordert seinen Respekt ein. Probleme sind vorprogrammiert und das passiert meistens um so häufiger, je älter der Hund zum Zeitpunkt der Kastration war, also je mehr Lernerfahrung er hatte.
  3. Genau wie bei kastrierten Hündinnen verändert sich auch der Geruch des Rüden nach einer Kastration. Dabei gibt es, zwar selten aber dennoch immer wieder vorkommend, einen eigenartigen Effekt: Manche Rüden und auch einige Hündinnen riechen nach einer Kastration permanent so wie eine hochläufige Hündin. Als Begründung sind mir zwar zahlreiche abenteuerlichen Theorien bekannt jedoch konnte ich bisher weder von einem Tierarzt noch in Büchern eine befriedigende, wissenschaftliche Erklärung für dieses Phänomen bekommen. Tatsache ist aber, dass sowohl Kollegen und Kolleginnen als auch ich selbst schon mehrere dieser Hunde kennengelernt haben. (Zwischenbemerkung: Die grosse Liebe meines sehr dominanten Rüden Sam war ein kastrierter Rüde in der Nähe. Für diesen Rüden liess er jede läufige Hündin stehen und wenn ich nicht aufpasste, dann büxte er aus und hielt dort vor der Tür Wache, genau wie es ein Rüde bei einer heissen Hündin macht. Und war sein Freund einmal aussen, dann wurde er von Sam regelrecht vergewaltigt.) Bei einem so gut riechenden Tier versucht dann fast jeder intakte Rüde aufzureiten was aber von dem kastrierten Tier gar nicht oder zumindest nicht endlos geduldet wird. Diese ständige Aufdringlichkeit fremder Rüden ist sehr stressig für den Hund und führt deshalb des öfteren zu Aggressionen. Und auch fremde Hündinnen sind ab und zu aggressiv gegen läufige Hündinnen(und als solche "riechen" sie dieses kastrierte Tier), denn diese sind ja Konkurrentinnen.
In vielen Fällen geht eine Kastration ohne die oben geschilderten "Nebenwirkungen" vor sich. Aber wisst Ihr, zu welcher Kategorie Euer Hund gehören wird?
Zum Nachdenken:
Kastrierte Hündinnen haben ein:

  • 8 mal höheres Risiko für Inkontinenz
  • 2 mal höheres Risiko für Fettleibigkeit
  • 8 mal höheres Risiko für Herztumore
  • höheres Risiko an Harnleitertumoren zu erkranken
  • höheres Risiko an Schilddrüsen-Krebs zu erkranken
  • höheres Risiko an akuter Pankreatitis zu erkranken
  • höheres Risiko an chronischer Hornhautentzündung zu erkranken
  • höheres Risiko an Muskelschwund und Bindegewebsschwäche zu erkranken
  • höheres Risiko an Blutgefäß-Tumoren zu erkranken
  • höheres Risiko an einer Unterfunktion der Schilddrüse zu erkranken
  • hinzu kommt das OP-Risiko.
Intakte Hündinnen sind:

  • 6 mal häufiger von "perianal fistula" betroffen
    und haben ein:
  • höheres Risiko an vaginalen Tumoren zu erkranken
  • höheres Risiko an Brustkrebs zu erkranken
  • höheres Risiko an Gebärmuttervereiterung zu erkranken
Kastrierte Rüden haben ein:

  • 2 mal höheres Risiko für Fettleibigkeit
  • leicht höheres Risiko an Prostatakrebs zu erkranken
  • höheres Risiko an Harnleitertumoren zu erkranken
  • höheres Risiko an Diabetes zu erkranken
  • höheres Risiko an einer Unterfunktion der Schilddrüse zu erkranken
  • höheres Risiko an Knochenkrebs zu erkranken
  • hinzu kommt das OP-Risiko
Intakte Rüden haben ein:

  • höheres Risiko an Leukämie zu erkranken
  • höheres Risiko an Hodenkrebs zu erkranken
  • höheres Risiko an "perianal fistula" zu erkranken
  • wenn sie von Lymphknotenschwellungen oder-tumoren betroffen sind,
    haben sie kürzere beschwerdefreie Zeiträume

Obiges sind nur Auszüge, der ganze Artikel kann hier nachgelesen werden:

© Birgit Lehnen
Hundeschule Beta-dog
[email protected]
http://www.beta-dog.de



 
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