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Kastration ja oder nein?

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Favy

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Ich bin neu hier im Forum und erhoffe mir einige Tipps oder Erfahrungsberichte.
Ich habe einen 16 Monate alten Flat-Coated-Retriever Rüden. Er ist ein Temperamentsbündel und toppt sogar seine Border-Vorgängerin. Wir arbeiten in einer BH-Gruppe und an und für sich bin ich begeistert von meinem schon sehr gehorsamen Hund, der sich aus fast jeder Situation abrufen lässt und auch sonst sehr motiviert mitmacht. Unser grösstes Thema ist, mehr zur Ruhe zu kommen - sei es im Haus oder auch ausserhalb im Beisein von anderen Menschen und Hunden. Seit in unserer Nachbarschaft eine Hündin läufig war, ist er sehr unruhig geworden, hat Mühe sich zu konzentrieren und kommt auch im Haus schwerer zu Ruhe. Ausserdem verhält er sich anderen Rüden (vorallem gleichaltrigen und jüngeren) gegenüber ziemlich dominant. Ich überlege mir nun einen Chip einsetzen zu lassen um zu schauen, ob er uns beiden helfen würde, wieder etwas mehr Ruhe in unser Leben zu bringen.
Was sind eure Meinungen und Erfahrungen? Hat der Chip geholfen? Sind eure Hunde kastriert oder nicht? Wie sind eure Erfahrungen mit unkastrierten erwachsenen Retrievern - insbesondere Flats? Ich wollte eigentlich nicht kastrieren und versuchen, meinen Hund so zu nehmen wie er ist. Aktuell bin ich aber schon verunsichert, weil alles einfach ziemlich anstrengend ist.
 

Daima

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Ich empfehle dir das Buch Kastration und Verhalten beim Hund von Udo Ganslosser. Unruhe wäre für mich kein Grund einen Chip zu setzen oder zu kastrieren. Eigentlich ist es laut Tierschutz Gesetz nur erlaubt, wenn medizinische Gründe vorliegen. Wenn du das Buch liest, wird dir bestimmt auch klarer, warum das so ist.
 

Bonny und Frieda

...und Schmuser Luggi
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Der Hund braucht seine Hormone, sonst hätte er sie ja nicht. Eine Verhaltensänderung wird man mit einer Kastration nicht erreichen. Ich persönlich würde meinen Hund nur aus medizinischen Gründen kastrieren lassen.
 

Luise2

Hundis sind mein Leben
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Unser erster Rüde stammte aus dem Tsch. Wie von dort gewünscht, haben wir diesen Rüden nach Übergabe im Alter von 5 Jahren kastrieren lassen per OP. Ohne medizinischen Hintergrund, nur weil es Vertragsbestandteil war. Wir haben unserem Max damit keinen Gefallen getan und würden diesen Weg nie wieder gehen. Der gesamte Körperbau hat sich verändert. Und im Alter traten schon einige Defizite auf, weil der Hormonhaushalt total gestört war.

Unseren Elton haben wir mit 18 Monaten übernommen und ihm kurz nach der Übernahme einen 6 monatigen Kastrationschip setzen lassen. Wir fanden, dass dieser keine Wirkung gezeigt hatte. Später, im Alter von 8 Jahren haben wir dann einen 12 monatigen Chip setzen lassen, weil er sich einer unserer Hündin sehr penetrant gegenüber verhalten hatte. Die Wirkung zeigte sich nach ca. 4 Wochen, er wurde sichtbar ruhiger und entspannter. Er hat sich jedoch im Fell verändert, sein Körperbau veränderte sich und auch seine Hoden schrumpften.

Beide Kastrationen sind überlegenswert.
 

Favy

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Danke euch für eure Beiträge. Das Buch von Udo Ganslosser habe ich gelesen und war wie gesagt überzeugt, dass Kastration nicht der richtige Weg ist. Nur eben - man wird schon beeinflusst von seiner Umgebung und es entsteht viel Druck, weil es immer noch das normalste der Welt zu sein scheint, alles zu kastrieren, ob mit oder ohne Grund.
Nun ein paar Tage später ist mein Rüde etwas zur Ruhe gekommen. Ich habe es mit Mönchspfeffer Urtinktur probiert und es scheint tatsächlich zu helfen, dass er sich besser entspannen kann. Wir versuchen durchzuhalten - ohne Chip:).
 

YnisAvalach

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Der Hund ist jung und erlebt zum ersten mal seine Hormone. Klar ist er da etwas verunsichert. Wir haben hier 5 unkastrierte Rüden und hatten auch schon läufige Hündinnen im Haus (ja man kann die einfach trennen, ist nur etwas Aufwand und man muss ziemlich diszipliniert sein in den Abläufen). Unsere Rüden sind alle mega entspannt, auch wenn eine Hündin läufig ist, weil sie gelernt haben, wann die "richtige Zeit" ist. Dein Kleiner wird das sicher auch merken und beim nächsten Mal dann hoffentlich schon entspannter sein.
Lass Dir bloss nicht zu viel Druck von anderen machen, viele halten Kastration irgendwie für ein Allheilmittel, was insbesondere Mängel in der Erziehung beseitigen kann, aber das ist offensichtlich Blödsinn. Aber wenn man es gut verpackt, dann glauben das tatsächlich viele Menschen.

Ich persönlich halte eine Kastration für angebracht, wenn der Hund "oversexed" ist, d.h. der Hund ist nicht mehr ansprechbar sobald eine nicht läufige Hündin anwesend ist, die andere Rüden nicht groß beachten. So ein Hund hat unnötigen Streß, den man ihm durch die Kastration nehmen kann.
 
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