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Herzerkrankungen beim Hund

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Betta

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von Thekla Vennebusch, Tierärztin


Erkrankungen des Herzens können sehr unterschiedliche Formen haben. Bei Hunden großer Rassen kommt es vermehrt zu einer Erweiterung und Schwäche des Herzmuskels.

Hunde kleiner Rasse leiden dagegen eher an einer Verkürzung und Verdickung ihrer Herzklappen, so dass diese nicht mehr richtig schließen. Solche Klappenveränderungen können auch mit einer Schwäche des Herzmuskels verbunden sein.
Diese Erkenntnis führt dazu, dass für die Behandlung von Herzmuskelschwächen sowie Herzklappenfehlern einheitliche Therapieempfehlungen gegeben werden.

Früherkennung
Eine Schwäche und Erweiterung des Herzmuskels, wie sie für große Rassen typisch ist, kann bereits schon beim relativ jungen Hund vorkommen. Die Krankheitsanzeichen treten dann plötzlich auf, dem Hund geht es meist innerhalb weniger Wochen oder Monate immer schlechter. Dass heißt: Treten bei einem großen Hund erste Anzeichen für eine Herzerkrankung auf, so ist Eile geboten, um das weitere Fortschreiten des Leidens möglicht früh und effektiv aufzuhalten.

Die für kleine Rassen typische Herzerkrankung mit verkürzten und verdickten Herzklappen macht sich dagegen erst bei Tieren mittleren oder fortgeschrittenen Alters bemerkbar. Sie entwickelt sich schleichend, oft über viele Jahre hinweg. Umso wichtiger ist es, als Halter einer kleinen Rasse sehr aufmerksam darauf zu achten, ob erste Anzeichen für eine Herzerkrankung vorliegen. Ist dies der Fall, so sollte die Herzerkrankung behandelt werden.

Daher gilt sowohl für Hunde kleiner als auch für Hunde großer Rassen, dass umgehend eine Tierarztpraxis aufgesucht werden muss, wenn Hinweise einer Herzerkrankung geben sind.

Symptome einer Herzschwäche

  • allgemeine Schwäche, schnelle Ermüdung
  • Kurzatmigkeit
  • Husten bei Freude und nach Anstrengung
  • nächtliche Unruhe bzw. allgemeine Ruhelosigkeit
  • Appetitmangel und Gewichtsverlust
  • mangelnde Lebensfreude
Sinnvoll ist es außerdem, regelmäßig eine Vorsorgeuntersuchung in der Tierarztpraxis vornehmen zu lassen. Hierbei kann durch Abhören von Herz und Lunge sowie durch Blutuntersuchungen und Ultraschall die Möglichkeit eines Herzfehlers frühzeitig überprüft werden.
Bestätigt sich die Vermutung einer Herzerkrankung, so kann der Hund gezielt behandelt werden, seine Lebensqualität deutlich verbessert und sein Leben verlängert werden.




Die richtige Behandlung

Früher wurden bei der Behandlung von Herzmuskelschwächen und Herzklappenfehlern Unterschiede gemacht. Heute ist bekannt, dass Herzklappenfehler auch mit einer Schwäche des Herzmuskels verbunden sein können.

Deshalb wird eine einheitliche Empfehlung ausgesprochen. Empfohlen wird ein Herzmedikament, das eine doppelte Wirkung aufweist. Einerseits entlastet es das Herz, indem es die Blutgefäße erweitert und damit den Widerstand verringert, gegen den das Herz anpumpen muss. Gleichzeitig stärkt es auch den geschwächten Herzmuskel und unterstützt ihn so in seiner aktiven Pumparbeit.

Nach einer Studie von Boehringer Ingelheim, in der entsprechende Hunde entweder das doppelt aktive Medikament (Vetmedin) oder aber ein herkömmliches Herzpräparat (ACE-Hemmer) erhielten, war der Unterschied deutlich: Bei den mit dem doppelt aktiven Herzpräparat behandelten Hunden wurde die klinische Wirksamkeit in 85 % aller Fälle mit sehr gut und gut bewertet, bei den anders behandelten Tieren war dies nur zu 41 % der Fall.

Und auch hier lebten die Hunde, die das Medikament mit Doppelwirkung erhielten, noch fast doppelt so lang wie die herkömmlich behandelten Hunde.


Tipps für den Alltag mit einem herzkranken Hund
Weitere wichtige Maßnahmen im Umgang mit Herzerkrankungen beim Hund ist immer auch ein gesundes Maß an Bewegung und eine ausgewogene Ernährung.

Denn nur so bleibt der Hund gesund in Form.
Übergewicht dagegen ist für den Kreislauf eines Hundes sehr belastend, besonders dann, wenn sein Herz bereits angegriffen ist.

Unter Umständen kann eine spezielle Ernährung des Hundes sinnvoll sein, zum Beispiel eine kalorienreduzierte und/oder salzarme Diät. Dies jedoch muss im Einzelfall mit der Tierarztpraxis abgestimmt werden.

Belastend für Herz und Kreislauf ist außerdem auch jede Form der Überhitzung. Daher muss einem Hund stets frisches Trinkwasser und ein vor Sonne geschützter Schlafplatz zur Verfügung stehen.
Darüber hinaus sollten körperliche Aktivitäten immer an die individuelle Kondition des Hundes angepasst und im Sommer in die kühlen Morgen- oder Abendstunden gelegt werden.

Absolut Tabu grundsätzlich: Den Hund bei heißen Außentemperaturen allein im Auto lassen! Denn selbst bei geöffnetem Fenster heizt sich ein Auto im Sommer so schnell auf, dass es nicht nur für herzkranke Hunde in kürzester Zeit zur Todesfalle werden kann.

Fazit
Zeigt ein Hund Anzeichen einer Herzerkrankung, so sollte umgehend gehandelt werden, ganz gleich, ob es sich dabei um eine Herzmuskelerkrankung oder einen Herzklappenfehler handelt.

Geheilt werden können beide Formen der Herzerkrankung leider nicht. Durch eine frühzeitige Behandlung nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen kann das Fortschreiten beider Erkrankungen jedoch deutlich verzögert werden, das Leiden des Tieres verringert und sein Leben verlängert werden.

Individuelle Fragen zur effektiven Vorsorge, Früherkennung und modernen Behandlung von Herzerkrankungen beantwortet darüber hinaus die Tierarztpraxis.

Quelle
 
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