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Die Verdauung

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Nicole

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Bad Emstal
Verdauung Wenn man sich die Werbebotschaften unserer Zeit ansieht könnte man denken wir haben einfach alles für unseren Hund.

Bunte Tütchen und Säcke mit fröhlichen gesunden Tieren. Wenn man jedoch dann noch etwas genauer schaut fndet man eine Vielzahl von Spezialfuttermitteln für Tiere mit Problemen.

Nun kann man sich die Frage stellen warum das so ist oder einfach den Werbeversprechen glauben. Das Wohl wichtigste Standbein der Gesundheit ist unsere Verdauung. Schauen wir doch einmal etwas näher die die Verdauung an.

Die Säugetiere können aufgrund Ihrer Ernährung in drei Gruppen eingeteilt werden:

  • Pflanzenfresser (Pferd, Wiederkäuer)
  • Allesfresser (Schwein, Mensch)
  • Fleischfresser (Hund, Katze)

Durch die stark variierenden Nahrungsbestandteile sind die Verdauungsvorgänge hochspezialisiert. Dies zeigt sich sowohl in unterschiedlichen Gebissen und Kautechniken als auch in Aufbau und Funktion von Magen und Darm.

Wenden wir uns dann also einmal den Fleischfresern zu:

Das Gebiss beim Fleischfresser ist ein sogenanntes Scherengebiß, bei dem die sich gegenüberstehenden Zähne des Ober und Unterkiefers wie eine Schere das Fleisch zerreißen.


Quelle: T. Koch „Lehrbuch der Veterinäranatomie"


Der Speichel in der Maulhöhle des Fleischfressers hat im Gegensatz zu den anderen Tierarten hauptsächlich die Aufgaben, die Zähne vor Säuren zu schützen und die Nahrungsbissen zu befeuchten, um das Abschlucken zu erleichtern. Über die Speiseröhre wird die Nahrung in wellenförmigen Bewegungen in den Magen transportiert.

Genauso unterschiedlich wie die Zähne und die Zusammensetzung des Speichels sind die Mägen unserer Tiere:


  • einfach einhöhlig (Hund, Katze)
  • zusammengesetzt einhöhlig (Pferd, Schwein)
  • mehrhöhlig (Wiederkäuer)

Die Bezeichnungen „einfach“ und „zusammengesetzt“ beziehen sich darauf, wie weit die Speiseröhre in den Magen reicht.

Der Magen dient als Futterspeicher und als Verdauungsorgan:

Die Speicherfunktion erlaubt dem Fleischfresser eine diskontinuierliche Nahrungsaufnahme mit längeren Pausen. Der Magen entleert in periodischen Abständen einen Teil seines Inhaltes in den Dünndarm. In den Zeiten zwischen den Entleerungen wird der Nahrungsbrei zum einen durch die Magensäure (pH = 1-4) entkeimt und zum anderen durch verschiedene Enzyme aufgeschlossen.

Die Enzyme des Magens und ihre Funktionen sind:

Pepsin -> Spaltung von Eiweißen in Peptide und Aminosäuren
gastrale Lipase -> Fettspaltung von mittelkettigen und ungesättigt-langkettigen Fettsäuren
Intrinsinc Factor -> Verbindet sich mit Vitamin B12 und ermöglicht so die Aufnahme des Vitamins in die Darmschleimhaut.

Im Magen werden die ersten kurzkettigen Fettsäuren in den Körper aufgenommen. Nachdem der Nahrungsbrei so vorbereitet ist, folgt der eigentliche Aufschluss und die Aufnahme der Nährstoffe im Darmkanal.

Der Darm gliedert sich in zwei große Abschnitte, die wiederum unterteilt werden in:


  • Dünndarm: Duodenum, Jejunum, Ileum
  • Dickdarm: Caecum, Colon, Rectum

Die Länge des Darmkanals variiert je nach Tierart und beträgt beim Hund das Fünffache seiner Körperlänge

Der Dünndarm ist der Teil des Verdauungskanals in dem die Nahrung hauptsächlich in ihre Bestandteile aufgeschlossen wird und diese über die Schleimhaut aufgenommen werden. Beim Fleischfresser ist der Dünndarm erheblich länger als bei den übrigen Tieren, da die zur Fleischverdauung benötigten Enzyme hier produziert werden:


  • Pepsin und Trypsin -> Proteinverdauung
  • Lipasen -> Fettverdauung
  • Amylase -> Kohlenhydratverdauung

Durch verschiedene Kontraktionsformen wird der Nahrungsbrei ständig in Bewegung gehalten. Je nach Futterzusammensetzung sind zu beobachten:

peristaltische Wellen bei nährstoffreichem Futter


  • stationäre Kontraktionen im ersten Teil des Dünndarms bei proteinreichem Futter
  • aborale Riesenkontraktionen im hinteren Teil des Dünndarms während der normalen Verdauung
  • Kontraktionsgruppen (stationär und wandernd) bei fettreichem Futter
Im Dünndarm findest die Resorbtion von verschiedenen Nährstoffen statt (Aminosäuren, Mineralstoffe, Spurenelemente).

Im Dickdarm schließlich finden noch einmal verschiedene Abläufe statt:


  • die Regulation von Kotmenge und -Zusammensetzung
  • der mikrobielle Abbau organischer Substanz
  • mikrobielle Syntheseleistungen
  • epithelialer Transport von Elektrolyten, Endprodukten des mikrobiellen Stoffwechsels und Wasser

Wenn in diesen komplexen Vorgängen Störungen auftreten, so haben diese Auswirkungen auf den gesamten Organismus des Tieres.

http://www.hsh-tiergesundheit.de
 
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